Es ist nie zu spät für eine glückliche Kindheit

… dieser Satz von Erich Kästner (… hin und wieder auch mal “anderen” Psychotherapeuten wie Richard Bandler et al. zugeschrieben), kam mir spontan in den Sinn, als ich heute auf einen Link von “Spiegel online” gestossen wurde:”Wie Kriegskinder ihr Trauma vererben“.

Unter anderem heisst es da aus einer noch unveröffentlichen Studie von Michael Ermann (Leiter der Abteilung Psychotherapie und Psychosomatik an der Psychatrischen Uniklinik München):

  • Kriegskinder leiden unter den Erlebnissen des 2. Weltkrieges noch heute stärker als bisher angenommen,
  • Sie haben das unverarbeitete Trauma an die nächste Generation weitergegeben.

Und nun? Was wissen wir jetzt? Ist dieses “vererbte Kriegstrauma” etwa Mitursache der ?Ñngste, die die heutigen Nachkriegsenkel an den Tag legen?
Und falls “Ja”, was wäre zu tun?

Hier meine persönliche Meinung in Form von einigen Glaubenssätzen (beliefs), die ich für durchaus “viabel” halte:

  1. ¬†Es kann nicht darum gehen, unseren Eltern Schuld zuzuweisen – Sie haben- wie alle Eltern, das Beste gegeben, das ihnen möglich war – und das war in den allermeisten Fällen eine ganze Menge.
  2. Sollten wir Nachkriegsenkel wirklich etwas an unverarbeiteten Traumata von unseren Eltern (psychologisch) übernommen haben, ist es an uns, dies für uns zu klären. (Unsere Eltern haben mit Ihrem “Päckchen” schon genug zu tragen!)
  3. Selbst wenn es so sein sollte, dass traumatische Erlebnisse auch genetisch das Erbgut verändern können, ist es m.E. wiederum an dem aktuellen Erbgutträger, damit zu leben und das Bestmögliche daraus zu machen.
  4. M.E. sind es weniger die tatsächlich stattgefundenen Phänomene, die uns heute Probleme bereiten, sondern vielmehr die Bedeutung, die wir heute den damaligen Umständen zuweisen… denn…

… Es ist nie zu spät für eine glückliche Kindheit und …
… nie zu früh für eine glückliche Zukunft.

3 Kommentare
  1. M. Göbel
    M. Göbel says:

    Traumatische Ereignisse können auch als Anlaß für eine grundlegende ?Ñnderung der Lebensauffassung dienen. Frei nach dem Motto “Life is what you make of it” kann man ohnehin nur das beste aus dem machen, was vorhanden ist. Und selbst wenn die Vorraussetzungen – und auch das Ergebnis – alles andere als optimal sind, kann einem niemand verwehren trotzdem Spaß auf dem Weg dorthin zu haben. Außer man selbst.
    Genetische Prädisposition hin oder her – eine gesunde Akzeptanz und eine aktive Gestaltung des eigenen Lebens kann das überwinden. Ein gewisses Maß an Willensstärke und Kraft vorausgesetzt.

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  2. D.Goebel
    D.Goebel says:

    Vielleicht hat Frank Herbert in seinem Wüstenplaneten dann doch recht, und die Ehrwürdigen Mütter können auf das genetische Wissen ihrer (weiblichen) Vorfahren zurückgreifen.
    D.Goebel

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  3. m.Wahl
    m.Wahl says:

    Dann wäre ja anzunehmen das wir alle irgenwelche Vorerfahrungen in unseren Genen mitschleppen, interessant wäre wie lange zurück die Beeiflussung wirksam ist (bis zu den napoleonischen Krieg,bis ins Mittelalter oder bis zum Anbeginn der Menschheit)und noch interessanter wäre zu erfahren ob es irgendwie aufzulösen ist .
    M.Wahl

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