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Wenn es wirkt, war es NLP?! … oder war es umgekehrt?

NLP-Grenzen

Was ist (noch) NLP und was nicht mehr? Das Ergebnis einer Gruppe von NLP-Trainern (just in work;-)

Wenn ich in Google eingebe “Was ist NLP?“, dann bekomme ich in 0,37 Sekunden über 1,4 Millionen Treffer. Doch viel interessanter finde ich die Frage “Was ist nicht NLP?” (… die Google übrigens geflissentlich ignoriert;-)

Denn wenn ich etwas mit “x” bezeichne, muss es doch zwangsläufig auch “nicht-x” geben, oder?

Dazu  sind mir weider einmal meine Unterlagen von einem NLP-Trainer-Treffen in München in die Hände gefallen und ich stiess dabei auf diese wahrlich MERKwürdige Frage, die wir damals diskutiert hatten… tja und meines Erachtens nicht wirklich hinreichend beantwortet hatten. Grund genug, wie ich meine, dies nochmals hervorzuholen, oder?!

Was ist NLP und was ist kein NLP (mehr)?
oder etwas anders gefragt: “Wenn ich auf etwas stosse z.B. eine Kommunikationstechnik o.ä.
– woher weiss ich, dass dies NLP ist oder eben kein NLP ist?

Vielleicht meint Ihr jetzt, dass dies doch sehr akademisch ist und wenig pragmatisch. Vielleicht – vielleicht auch nicht?

Vielleicht hat es ja etwas mit meinen Werten (Transparenz, Klarheit?!) zu tun, das ich gerne wissen möchte, auf was ich mich einlasse. Oftmals ist mir das mehr oder weniger klar: Wenn ich einen LKW-Führerschein mache, lerne ich dort nicht, wie man mit einer Kettensäge umgeht und falls doch, würde mich das schon befremden. Und wenn ich mir eine Schachtel Kopfschmerztabletten kaufe, möchte ich nicht, dass da ein Kondom drin ist.

Bei Führerscheinen oder Tablettenpackungen ist das (noch) relativ einfach – bei Seminaren und speziell bei NLP-Seminaren nicht mehr ganz so einfach. Natürlich haben wir NLP-Trainer (auf alle Fälle die meisten von uns) ein Curriculum, das ein NLP-Verband ausgearbeitet hat.
Und in diesem Curriculum steht auch, was wir in unseren Ausbildungen lehren sollten – was jedoch nicht darin steht, ist was wir nicht lehren sollten.

Und so gibt es da draußen eine wunderbare Vielfalt von “Kombipräparaten” – sorry – ich meine natürlich “NLP-Seminaren” in denen der Teilnehmer ganz kostenlos und zusätzlich auch Dinge lernt und erfährt wie z.B. der Muskeltest aus der Kinesiologie funktioniert, die “4 Botschaften einer Nachricht von Friedemann Schultz von Thun”, das Enneagramm oder Techniken aus der Emotional Freedom Technique.

Nun – dagegen ist ja an sich überhaupt nichts zu sagen… im Gegenteil: Erstens ehrt es den Ausbilder und seine breite Wissens- und Könnensbasis und zweitens profitiert doch der Teilnehmer. Also warum sollte man sich darüber aufregen?

Tut ja auch keiner;-), aber vielleicht würde es der geistigen Klarheit unserer Teilnehmer dienen, wenn  wir (NLP-Trainer) hin und wieder mal das Kind beim Namen nennen – wenigstens soweit wir der Vater des Kindes bekannt ist.

Allerdings: Dies beantwortet noch nicht die Kernfrage :

Was ist nun NLP … und was ist kein NLP mehr?

Der erste Weg: Wir machen es uns leicht.

Nun könnte man es sich einfach machen, und sich z.B. eine Art “Generalabsolution” stricken:

“Wenn es wirkt, war es NLP!”
Alles was wirkt ist NLP, na und wenn es nicht gewirkt hat, war es halt auch kein NLP. Ein wundervoller positiver “Doublebind”: Egal was du machst – es ist immer richtig.
Spaß beiseite…. obwohl ich diese Definition allen Ernstes schon von einem zert. NLP-Trainer gehört habe.

“Passt es zu den NLP-Axiomen? – Dann ist es NLP!”
In meinen ersten NLP-Jahren zu Anfang der 1990er Jahre habe ich mich mit bestem Gewissen damit getröstet: Wenn es mit den NLP-Axiomen übereinstimmt, das ist es NLP.
Hier auszuführen, warum dieser Ansatz  nicht wirklich brauchbar ist, vielleicht einmal an anderer Stelle;-) Als Stichworte seien nur genannt: Kontextabhängigkeit und jede Menge semantische Fehlgeformtheiten.

Wenn es so etwas wie “NLP” gibt, muss es logischerweise auch ein “NICHT-NLP” geben, sonst ergibt die Einführung des Begriffes doch keinen Sinn, oder?
Aber wo fängt dieses “NICHT-NLP” an und wo hört das NLP auf? Und ist das eine digitale Trennlinie oder eher eine weiche Übergangszone?
Und wer bestimmt, wo diese Linie oder Zone liegt? Richard, John, Robert, Wyatt, die INLPTA, der DVNLP?
Oder vielleicht gar ich selbst – im besten Sinne unseres “Landkarten-Modells?”

 

Der zweite Weg: Das muss jeder für sich selbst beantworten

Fragen über Fragen… die mich gerade auf “die Mutter aller Fragen” bringt:

Ist die Frage “Ist das NLP oder ist dies kein NLP?” denn überhaupt prinzipiell entscheidbar?

Nach Heinz von Foerster gibt es…

a) prinziell entscheidbare und

b) prinzipiell nicht entscheidbare Fragen.

Prinzipiell entscheidbare Fragen, wie z.B. “Müssen Menschen essen?” oder “Fällt ein Stein nach unten, wenn man ihn loslässt?” stammen aus der objektiven Welt (Wirklichkeit 1. Ordnung) … und lassen sich demnach beantworten (=entscheiden). Prinzipiell entscheidbare Fragen gehorchen dem Muster “Ich lege für mich fest, wie es (für mich) ist.”

Prinzipiell nicht entscheidbare Fragen sind Fragen aus der subjektiven Wirklichkeit (Wirklichkeit 2. Ordnung) und lassen sich per definition prinzipiell nicht entscheiden.

  • Was geschieht, wenn wir sterben?
  • Hat das Licht Teilchen- oder Wellencharakter?
  • Ist Frau X eine gute Führungskraft?

Wenn man sie jedoch entscheiden (=beantworten) will, muss man dies selbst tun “Es ist wie ich es sage.
Dann aber trägt man auch die Verantwortung über diese Entscheidung d.h. wir müssen später antworten können auf die Frage, weshalb wir uns so und nicht anders entschieden haben.

Meiner Meinung nach ist diese Frage prinzipiell nicht entscheidbar, da ich NLP als eine Disziplin sehe, die sich mit dem subjektiven Erleben von Menschen beschäftigt.
Demnach muss ich selbst zu entscheiden, ob z.B. der Muskeltest aus der Kinesiologie noch zu NLP gehört oder eben nicht?
… was mich wiederum dazu zwingt, mich mit z.B. NLP und Kinesiologie intensiv auseinander zu setzen, mir Erfüllungs-Kriterien zu überlegen, an denen ich festmachen kann,
ob eine Technik oder ein Modell…

  1. zum Kern des NLP gehört
  2. mit NLP “verwandt” ist (engl. “familiar”)
  3. mit NLP kompatibel ist oder
  4. mit NLP inkompatibel ist

… um einmal ein paar Bereiche einer eventuellen Übergangszone von NLP zu “Nicht-NLP” zu formulieren.

Und während ich das hier schreibe, merke ich, dass dies schon wieder weitere Fragen aufwirft;-)

Und vielleicht es ja auch ganz anders, denn…

“Wir irren allesamt… nur jeder irret anders!” (Albrecht von Haller)

Ihre/Eure konstruktiven Meinungen zu diesen – für mich selbst noch unausgegorenen Gedanken – sind herzlich willkommen.

 

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AK075 NLP & Neurowissenschaften

Bilddquelle: Fotolia.de/ Simone Rößling

Neurosales, Neurofinance, Neuromarketing, Neuropsychotherapie…. Neuro boomt!
Erkenntnisse aus den Neurowissenschaften ziehen immer grössere Kreise und halten Einzug in völlig andere Disziplinen. Da ist es an der Zeit sich zu fragen: Was sagen eigentlich die Neurowissenschaften zu unserem NLP-Modell?

Über diese und andere Fragen habe ich mich neulich mit dem Trainer- und Coach- Kollegen Franz Hütter (brain-hr.com) unterhalten, der sich auf den Transfer zwischen Neurowissenschaften und Praxis spezialisiert hat.

 Franz sieht seine Aufgabe u.a. darin sieht, die Arbeit von uns Trainern, Coaches und Beratern mit wissenschaftlich fundierten Erkenntnisse zu unterfüttern.  Er beschäftigt sich seit den 1990er Jahren mit der Erforschung von Sprache, Denken und subjektivem Erleben – insbesondere auf der Grundlage von neurowissenschaftlichen Untersuchungen.

Na und das fand ich so spannend, das ich Franz  bat, mir 20 Minuten seiner Zeit für einen kleinen neuro-wissenschaftlichtlichen NLP-Talk zu schenken, der wie ich hoffe, für den einen oder anderen  interessant sein wird.

[info_box]Podcast anhören (22:42 min): [sc_embed_player fileurl=”http://media1.roadkast.com/hjwalter/ak075_nlp-neurowissenschaften120721.mp3″][/info_box]

Inhalt unseres Gesprächs war u.a.:

  • NLP als Modell über das subjektives Erleben versus „objektiver Wissenschaft“ – wie passt das zusammen?
  • Warum sollten wir NLP´ler sich mit (Neuro-) Wissenschaft beschäftigen?
  • Der Change von NLP-Erfolgsstorys zu einer validen NLP-Theorie
  • Die Neurowissenschaften als Art „Java-Plattform“ über unterschiedlichen Ansätze?
  • Wird es eine konstistente NLP-Theorie geben können?
  • Chancen und Grenzen des Neuron-Hypes – Warum wir die (Neuro-) Wissenschaften nicht überstrapazieren sollten?
  • Was ist dran am menschlichen Modellierungsprozess?
  • Ein Ausflug in die Neuroplastizität
  • Landkarten im Hirn – gibt´s wirklich?!
  • Die NLP-Filtermechanismen Tilgung-Verzerrung-Generalisierung
  • “Use it or loose it – Was spricht für Lösungsorientierung?
  • Mein persönliches Fazit

Körpersprache im NLP und anderswo

Dein Körper spricht so laut, ich verstehe nicht, was Du sagst.

Der Wunsch, die Gedanken und Gefühle unserer Mitmenschen “lesen” zu können, ist so alt wie die Menschheit selbst und hat bis heute nichts an seiner Faszination verloren. Auch wenn diese Fähigkeit heutzutage nicht ganz so überlebensnotwendig ist, als vor  ca. 600.000 Jahren der homo heidelbergensis durch die dunklen Wälder des Kraichgaus streifte und bei einem Zusammentreffen mit einem fremden Artgenossen möglichst schnell entscheiden musste: “Freund oder Feind?” Dennoch wünschten sich auch heute noch die meisten homo sapiens, sie könnten erkennen:

  • ob der nette Gebrauchtwagenhändler tatsächlich die Wahrheit sagt?
  • ob die Partnerin wirklich nur eine freundschaftliche Beziehung mit dem neuen jungen Assistenten pflegt?
  • ob der Bewerber für die ausgeschriebene Stelle wirklich so kompetent ist, wie er vorgibt?

Dieser Wunsch, nonverbale Kommunikationssignale “richtig interpretieren” zu können, basiert offensichtlich auf der Annahme, dass verbale Aussagen nicht zwangsläufig der Wahrheit entsprechen und im Zweifelsfall eher der Körper derjenige ist “der nicht lügt”.
Aber ist das wirklich so?
Hat unsere nonverbale (Mimik, Gestik, Körperhaltung) und unsere paraverbale Kommunikation (Stimmqualitäten) wirklich mehr Aussagekraft?

Spätestens hier stösst man auf die oft zitierten (und leider öfters fehlinterpretierten) Zahlen von Prof. Albert Mehrabian und Ferris, die bereits 1967 veröffentlich wurden: Nur 7% der kommunikativen Wirkung entfallen auf den Inhalt (das was wir sagen), während 38% der Wirkung der Stimme und gar 55% der Mimik und Gestik zuzuordnen sind. Allerdings treffen diese Zahlen nur auf jene Situationen zu, in denen sich unser Gesprächspartner extrem inkongruent verhält, z.B.  bei ironischen oder zynischen Botschaften, in denen das “Was” sich deutlich von dem “Wie” unterscheidet. Bei inkongruenten Botschaften weisen wir den nonverbalen Signalen die höhere Bedeutung zu. Das Zahlentrio 7-38-55 besitzt also keine allgemeine Gültigkeit, (wie leider in allzu vielen Artikeln behauptet wird).

Nichtsdestotrotz haben non- und paraverbale Kommunikationssignale eine Bedeutung – eine Bedeutung, die für uns Menschen jedoch weitaus schwieriger zu entschlüsseln sind als das gesprochene Wort.

Der Grund:

  • Verbale Botschaften basieren auf offiziell anerkannten Regeln einer Muttersprache (Grammatik, Syntax)
  • Für non- und paraverbale Botschaften gibt es hingegen keine dieser allgemein anerkannten Regelwerke – sie liegen meist unbewussten und oft sogar subjektiven “Regeln” zugrunde. Ich habe (als Empfänger) damit zu rechnen, dass z.B. der Gesichtsausdruck meines Gesprächspartners etwa vortäuschen soll – und zwar ohne dass es ihm selbst bewusst sein muss oder dass jemand versucht, seine Unsicherheit durch eine besonders “feste” Stimme zu kaschieren. (Prof. W. Linker)

Es wäre also durchaus nützlich, das “Komplettpaket” an kommunikativen Signalen (verbal + nonverbal + paraverbal), das mir mein Gesprächspartner anbietet, möglichst “richtig” zu interpretieren. Und da dies bei Worten und Sätzen meist mehr oder weniger gut funktioniert – wäre es zudem ja ganz hilfreich, auch seine körpersprachlichen Signale “korrekt” zu deuten. Daraus lässt sich die ungebrochene Faszination an diesem Thema ableiten.

Aber: Lässt sich Körpersprache denn wirklich so “eindeutig lesen”, wie unsere verbale Sprache?
Und spätestens bei dieser Frage scheiden sich die Geister;-)

1. Die klassische/n Schule(n) der “semantischen Körpersprache”
… behaupten, dass bestimmte Gesten wie eine Sprache interpretiert werden können, d.h. wie einzelne Worte, die eine mehr oder weniger feststehende Bedeutung haben, z.B. verschränkte Arme bedeutet “Ablehnung” etc..
Ich persönlich bin überzeugt, dass die Arbeiten z.B. von Samy Molcho unbestritten Ihren Nutzen haben z.B. unsere Wahrnehmung für bestimmte körpersprachliche Signale zu schärfen. Was allerdings allzu begeisterte Adepten dieser Schulen daraus ableiten, kann m.E. nicht im Sinne des Meisters gewesen sein und lässt sich für mich entweder nur mit a) unreflektiertem Flachdenkertum oder b) mit übersteigertem Geschäftssinn erklären.

2. Der funktionale NLP-Ansatz
Im Gegensatz zum semantischen Ansatz gehen wir im NLP einen eher funktionalen Weg. Wir “glauben” sehr wohl daran, dass sich unsere inneren Zustände wie Freude, Ärger, Neugier oder Interesse in einer äusseren Physiologie (Körperhaltung, Mimik, Gestik, stimmlichen Qualitäten) ausdrücken,  sind jedoch der Meinung, dass sich diese Physiologie von Mensch zu Mensch und sogar von Situation zu Situation verändern kann.
Mit anderen Worten: Der gleiche innere Gefühlszustand kann bei unterschiedlichen Menschen unterschiedliche Physiologien hervorrufen.
“NLP-Schulbuch-mässig” lernt der NLP-Trainee sich deshalb auf die einzelnen Physiologien seines Gesprächspartners zu “kalibrieren“, d.h. er lernt, Veränderungen in der Physiologie (z.B. Veränderung des Muskeltonus) den einzelnen Gefühlszuständen zuzuordnen.
Zugegeben: Dieser (NLP)-Weg bedarf mehr (Wahrnehmungs-) Training als der semantische Ansatz. Der klassische NLP-Ansatz des Kalibrierens birgt zudem noch einen weiteren “Fallstrick“: Wenn ich z.B. als praktizierender Psychotherapeut, als Grundschullehrer oder als Lebenspartner meiner Partnerin in den Genuss komme, einen längeren Zeitraum mit den gleichen Menschen immer wieder zusammen zu kommen, dann funktioniert “Kalibrieren” sehr gut.
Robert Dilts schreibt : “For example, let´s say a teacher has noticed that every time a learner talk about feeling “confused”, the learner furrows her eyebrows, tightens her shoulder muscles and clenches her teeth slightly. If at some time later the teacher observes these same cues as the learner is listening to a certain part of lesson, the teacher would have evidence that the learner is experiencing the “confused” response and may respond appropriately to it.
Was ist jedoch, wenn ich z.B. als Vertriebsmensch, als Flugbegleiter oder an der Rezeption eines Hotels  dauernd mit neuen Leuten zu tun habe und mir die Zeit mit diesen Menschen nicht vergönnt ist, meine Kalibrierung immer wieder zu verifizieren?
Wäre es dann nicht ganz nützlich, wenn es einen 3. Ansatz gäbe, der irgendwo “zwischen” dem semantischen und dem funktionalen (NLP)-Ansatz läge?

Positionierung der "Körpersprache-Ansätze"

Positionierung der “Körpersprache-Ansätze”

3. Der Ansatz nach Dr. Paul Ekman
Dr. Paul Ekman, ein US-amerikanischer Anthropologe und Psychologe hat zusammen mit seinem Kollegen W.V. Friesen eine physiologisch orientierte Klassifikation aufgestellt, wie sich Emotionen in unserer Mimik darstellen – das Facial Action Coding System. Ekman fand in empirischen Studien heraus, dass die sieben – von ihm unterschiedenen – Basisemotionen “Freude, Ärger/Wut, Furcht, Verachtung, Ekel, Überraschung und Traurigkeit” in allen Kulturen sehr ähnlich ausgedrückt und erkannt werden. Mit anderen Worten: Nach Ekman drücken Menschen auf der ganzen Welt z.B. “Überraschung” mit einem spezifischen Gesichtsausdruck aus.
Unser mimischer Ausdruck lässt sich in zwei Kategorien einteilen:
1. die bewusste, kontrollierte Ebene unserer Mimik
Wenn z.B. eine Flugbegleiterin bewusst ein Lächeln auf ihre Lippen zaubert, um Sie zu begrüssen.
2. die unbewusste – nicht kontrollierte Ebene unserer Mimik
Wenn sich Ihr Kind spontan freut, dass Sie früher nach Hause gekommen sind, als erwartet, dann kann man davon ausgehen, das das strahlende Lächeln im Gesicht dieses Kindes eine unbewusste Reaktion ist und ein authentischer Ausdruck des momentanen inneren Zustandes ist.

Dr. Ekman hat mit den sogenannten “Microexpressions” (Mikro-Ausdrücken) ein Konzept formuliert, nachdem wir mit diesen – extrem schnellen Gesichtsbewegungen, die weniger als eine 1/5 Sekunden dauern – jene inneren Zustände mimisch ausdrücken, die uns wirklich bewegen.

Das richtige Erkennen dieser Mikroausdrücke lässt sich trainieren – wenn auch mit einigem Aufwand. (Ich habe gerade ein Trainingsprogramm hinter mich gebracht, nachdem ich es nach ca. 50 Stunden Training auf eine Trefferquote von 96% brachte;-)
Falls Sie Lust haben, können Sie gerne einmal einen kurzen Microexpression-Test machen, inwieweit Sie diese mimischen Mikroausdrücke erkennen können.

Klärende Randbemerkung zu den Microexpressions und der US-TV-Serie “Lie to me”:
Seit 2009 die US-amerikanische TV-Serie “Lie to me” über die Bildschirme  flackerte, erlebte auch die “Körpersprache-Szene” einen neuen Hype. Und jeder mediale Hype lockt auch mehr oder weniger seriöse Entertainer, Buchautoren oder “Gedankenleser” auf die Bühne. So tickt die Welt (die wir geschaffen haben;-) nun mal. Auch wenn es sicherlich spannend wäre, jede Lüge an einem Mundwinkelzucken zu erkennen – so funktioniert das nicht:

  1. Wenn Sie die eine oder andere Sendung von “Lie to me” gesehen haben, wissen Sie: auch ein Mr. Cal Lightman erkennt im besten aller Fälle, dass hier eine Inkongruenz zwischen verbaler Aussage und mimischem Verhalten vorliegt, er kann die Mimik sicherlich auch einer Emotion zuordnen – der Rest ist und bleibt Hypothese.
  2. Gehen Sie davon aus, dass solch eine Fähigkeit, permanentes Training erfordert … oder Sie ein Naturtalent in “Mimik lesen” sind;-)
  3. Beachten Sie bitte, dass Mr. Lightman unter Laborbedingungen arbeitet (nachträgliches Analysieren via Videoaufnahme, Konzentration auf die reine Beobachtung ohne ablenkende Interaktionen, z.B. dadurch, dass er selbst am Gespräch teilnimmt).
  4. Dennoch… sind die ersten ca. 5 Sendungen der 1. Staffel durchaus sehenswert … und sind zudem auch noch recht spannend.

Der “Wirkungs-Ansatz” nach Prof. Wolfgang J. Linker
Wenn non- und paraverbale Kommunikationssignale eher subjektiv, mehrdeutig und deshalb u.U. nur mit hohem (Wahrnehmungs-) Trainingsaufwand korrekt interpretierbar sind – warum lassen wir dann nicht gänzlich die Finger von dem Versuch, Körpersprache lesen zu wollen und konzentrieren uns nicht auf das, was in der Praxis weitaus relevanter scheint – nämlich die unbestreitbare Wirkung unserer Körpersprache?
So liest sich der Ansatz eines – von mir hochgeschätzten Kollegens – von Prof. Dr. Wolfgang J. Linker. Um es auf den Punkt zu bringen: Verschwenden Sie keine Zeit mit dem durchaus faszinierenden Thema “Wie lese ich Körperprache?”, sondern fokussieren Sie sich darauf, wie Sie mit den richtigen nonverbalen Kommunikationssignalen Ihre Worte sinnvoll unterstreichen.  In seinem MERKwürdigen Buch “Kommunikative Kompetenz: Weniger ist mehr!” beschreibt Prof. Linker eine Vielzahl von sogenannten verbalen, non- und paraverbalen “Mikromustern”, die eine bestimmte Wirkung auf unseren Gesprächspartner haben.
Zum Beispiel den Unterschied zwischen dem Mikromuster “Blickkontakt suchen und halten” und dem Mikromuster “Blickkontakt vermeiden”.
Den Vorteil dieses Ansatzes sehe ich besonders in der praktischen Umsetzbarkeit und in der Praxisrelevanz. Allerdings kann ich nicht umhin, behaupten zu wollen, dass dieses Modell ebenfalls einen “semantischen Körpersprache-Ansatz” impliziert, denn wenn bestimmte Micromuster eine spezifische Wirkung auf meinen Gesprächspartner haben, dann sollten diese vom geschulten Empfänger auch recht eindeutig interpretierbar sein.

Mein Fazit: Wie so oft liegt wohl ein guter Weg in der goldenen Mitte. Doch wo diese genau liegt, mag jeder für sich selbst entscheiden. Ich bin nach wie vor davon überzeugt, dass uns der funktionale NLP-Ansatz (Kalibrieren) in der täglichen Praxis von höherem Nutzen ist,  als der – mir – zu übergeneralisierte und zu vereinfachte “klassisch-semantische Ansatz”. Ich gehe konform mit Prof. Linker, dass es besonders für Menschen, die nicht im professionell-komunikativen Bereichen (Trainer, Therapeuten) unterwegs sind, ein guter (erster) Weg ist sich mehr auf die Wirkung der eigenen Körpersprache zu konzentrieren, als lernen zu wollen, diese zu interpretieren. Und zu guter Letzt erachte ich es für hilfreich, dass wir NLP-Experten unsere Axiome im NLP immer wieder kritisch überprüfen und uns vielleicht auch neuen (teil-semantischen) und überprüfbaren Ansätzen (Dr. Paul Ekman) öffnen.
(vgl. meinen Artikel “Wenn es wirkt, war es NLP… oder war es umgekehrt?“)

Quellen:

  • Dr. Paul Ekman: “Gefühle lesen – Wie Sie Emotionen erkennen und richtig interpretieren”, Spektrum 2004
  • Robert Dilts: “Encyclopedia of NLP”
  • Albert Mehrabian, Susan Ferris: “Inference of Attitudes from Nonverbal Communication In Two Channels”, Journal of Consulting Psychology, Vol. 31, Juni 1967
  • Prof. Dr. Wolfgang Linker: “Kommunikative Kompetenz: Weniger ist mehr! Die Mikromuster der Impuls-Kommunikation”, GABAL 2009

Wie betoniere ich meine mentalen Denkrinnen – schnell und effektiv?

Immer wieder stolpere ich in Seminaren, Coachings oder im ganz normalen Alltag darüber, wie Menschen sich selbst Grenzen auferlegen oder unnötig begrenzen.
Einerseits durch Ihr Denken andererseits auch durch ihre ganz persönliche Verwendung von Sprache. Oder wie es der Ludwig Wittgenstein einmal formulierte:

“Die Grenzen meiner Sprache sind die Grenzen meiner Welt.”

Hier ein paar Gedankensplitter darüber

  • … wie Worte zu ihren Bedeutungen kommen.
  • … wie wir mit Sprache uns unnötig begrenzen.
  • … wie wir mit 4 einfachen Regeln garantiert dafür sorgen, das die Grenzen unserer Welt erhalten bleibt. (Vorsicht: Ironie!)

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Das NLP Meta-Modell der Sprache

“Was bedeutet eigentlich ein Wort?”

Die einzig richtige Antwort: “Es kommt darauf an, für wen.

Wenn zum Beispiel jemand in einem Meeting sagt: “Wir müssen unbedingt an unserer Servicequalität arbeiten.”, dann verbindet er mit dem Wort “Servicequalität” ganz bestimmte Assoziationen, Erfahrungen und auch Emotionen. Dies sind jedoch seine Assoziationen, seine Erfahrungen und seine Emotionen. Ein anderer Mensch hat ganz andere Bedeutungen dazu.

Alfred Korzybski, ein Ingenieur und Sprachwissenschaftler sagte dazu:

Sprache ist eine Landkarte über die Wirklichkeit.

Ein Wort ist also nicht gleich dem, was es bezeichnet – es ist ein Modell davon – ähnlich einer Landkarte, die das Gelände, die sie abbildet, nur sehr reduziert darstellt.

Das Meta-Modell der Sprache, eines der ersten NLP-Modelle die Richard Bandler und John Grinder bei ihren Arbeiten Anfang der 1970er Jahre entdeckt haben, ist

  1. ein Modell darüber, wie Menschen dazu benutzen Ihre “Wirklichkeit” zu beschreiben.
  2. eine pragmatisches Fragetechnik, mit dem der Anwender schnell und präzise die – nicht-mitgelieferte –
    Bedeutung von Worten und Sätzen hinterfragen kann.

Das Meta-Modell der Sprache ist eines der elementaren Bestandteile unserer NLP-Practitioner-Ausbildung und wird im 2. Ausbildungsblock “NLP-Talker” ausführlich gelehrt und trainiert.

Ein kleiner akustischer Vorgeschmack zu dem Meta-Modell der Sprache gefällig? Dann schalten Sie Ihre Lautsprecher am PC ein und hören meine 20 min Sendung über das “Meta Modell der Sprache:”

Viel Vergnügen.

Das Meta-Modell der Sprache

Wer mehr über das Meta-Modell der Sprache erfahren will, für den habe ich hier ein 34-seitiges E-Book zum Downloaden (Schutzgebühr: € 4,90 inkl. MwSt) bereitgestellt, in dem ich das Meta-Modell ausführlich beschrieben habe.

cover-meta-modell

PS. Sie bezahlen hier ganz einfach  über das Micropayment-System “MiniPay“. Nach der Angabe Ihrer Kontoverbindung sendet Ihnen das System eine TAN-Nummer auf Ihr Handy. Sie geben die TAN ein und
schon können Sie das E-Book herunterladen.

AK067 “Sleight of mouth” – verbales Aikido mit NLP

Sleight-of-mouthIn meinem aktuellen Podcast habe ich mich einmal etwas aus dem Fenster gelegt… und plaudere über ein NLP-Thema, das nicht ganz so bekannt ist: “Sleight of mouth” oder auch “Punch-Reframing” genannt – 14 Sprachmuster, mit denen man schnell und elegant unadäquate Aussagen schlagfertig entkräften kann oder irrationale Glaubenssätze mit nur einem Satz ins Wanken bringen kann.

Mehr darüber erfahren Sie in meinen aktuellen Podcast:

Podcast: Sleight of mouth – verbales Aikido auf NLP Art

Hier eine Übersicht über die 14 Sleight-of-mouth-Muster in Form eines MindMaps.
Download: Sleight-of-mouth (711)

Die “Sleight of mouth” Sprachmuster sind Bestandteil unserer NLP-Business-Master-Ausbildung.

Wissenschaftliche Studie weist die Wirksamkeit von NLP nach

Immer wieder wurde an NLP kritisiert, es gäbe keinen wissenschaftlichen Wirksamkeitsnachweis dazu. Umso mehr freut es mich, als ich heute von dem holländischen NLP Kollegen und klinischen Psychologen Jaap Hollander die Nachricht erhielt, er habe zusammen mit dem Kollegen Oliver Malinowski in einer Studie den Nachweis erbracht hat, dass NLP – zumindest im Coaching-Setting – wirkt.
Da die Studie selbst momentan noch in der Prüfung ist, kann ich momentan nur das Abstract davon hier veröffentlichen, das ich von Jaap Hollander bekommen habe. Mehr darüber, sobald die Studie veröffentlicht ist.

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To be or not to be – Mit E-Prime mehr Klarheit in das eigene Denken bringen

"to be" or not "to be"Vor einiger Zeit stieß ich bei Recherchearbeiten auf einen recht interessanten Denkansatz, der mehr Klarheit und Präzision in das eigene Denken, Sprechen und Schreiben bringen kann – E-Prime.

  • Was ist E-Prime?
    E-Prime – ein linguistischer Denkansatz, um Denken und Sprache präziser und verständlicher zu machen.
  • Wie funktioniert E-Prime?
    E-Prime erreicht mehr Sprachpräzision durch die Vermeidung aller Formen des Verbes “sein” (engl. to be) und die Vermeidung von Passivsätzen.

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Das Besondere an der Werte-Arbeit im NLP

Dilts-EbenenViele Menschen, die sich zu Beginn mit NLP beschäftigen, haben den Eindruck, dass sich NLP in erster Linie auf kommunikative Techniken und Formate reduziert. Erst später wird dann klar, dass NLP darüberhinaus eine ganze Reihe recht MERKwürdiger und differenzierter Denkansätze beinhaltet, wie z.B. die Arbeit an und mit Meta-Programmen, Glaubenssätzen (beliefs) und … auch Werten.

Nicht von ungefähr investieren wir gerade auf die letzten beiden Themen (Beliefs und Werte)  – insbesondere in der  NLP-Master-Ausbildung – mehr als ein Drittel der ganzen Ausbildung und beschäftigen uns mit fragen wie…

  • Was sind (meine) Werte?
  • Welche Typen von Werten gibt es (Kernwerte, Aversionswerte, Erfüllungswerte etc.)?
  • Was sind meine höchsten Werte und wie finde ich diese?
  • Wie kann ich Wertekonflikte lösen?
  • Wie kann ich meine Werte an mein Leben anpassen .. oder doch besser umgekehrt?
  • Woher weiss ich, was mir wirklich wichtig ist?

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