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Explizite und implizite Kommunikation – zwei Kommunikationsstile stellen sich vor

Watte-HammerWelche ist die bessere Kommunikation? Dem anderen etwas sehr diplomatisch, nett verpackt und durch die Blume zu sagen… oder besser direkt und offen – ohne Umschweife – sagen, was man möchte? Sollte man eher implizit oder doch lieber explizit kommunizieren?
In diesem Artikel geht es um diese beiden sehr grundsätzlichen Kommunikationsstile – ihre Ursachen und eventuellen Folgen.

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Wie erkenne ich meine Entwicklungspotenziale als Verkäufer?

Was kann ich tun, um als Verkäufer noch erfolgreicher zu werden?

Keine ganz einfache Frage!

Vor allen Dingen, wenn man schon ein Tage im Verkauf unterwegs ist. Man weiss doch recht genau, was man kann… oder zumindest glaubt man das zu wissen. Denn je länger man in einem Metier unterwegs ist, desto trüber ist oft der Blick auf die eigenen “blinden Flecken”. Mir macht es immer wieder Spaß, den Spot auch mal auf meine blinden Flecken zu richten und dabei stiess ich auf ein wirklich spannendes Analyseinstrument – Dem Sales Report von profilingvalues.

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Wie empathisch sind Sie? incl. Empathie-Test

Spätestens seit Daniel Golemans “Emotionale  Intelligenz” pfeiffen es die Spatzen von den Dächern: Empathie ist eine wichtige Kernkompetenz – besonders für Führungsmenschen.

Empathie bezeichnet die Fähigkeit, Gedanken, Emotionen und Absichten eines anderen Menschen (oder auch eines Tieres) zu erkennen und richtig zu beurteilen. Zur Empathiefähigkeit gehört auch das Einfühlen als eigene Reaktion auf die Gefühle anderer, wie zum Beispiel Mitleid, Trauer, Schmerz oder ein Hilfeimpuls.

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Der Öko-Check für Ihre Ideen und Ziele

Passen Ihre Ideen zu Ihren Werten?

Haben Sie das schon einmal erlebt? Sie lesen über ein tolles Reiseziel, ein Freund erzählt Ihnen von seiner neuen Sportart  oder Sie entdecken in Ihrem Spanien-Urlaub eine traumhafte Finca, die zu verkaufen ist.

Und dann entwickelt sie sich in Ihrem Kopf: Die Idee.

Sie träumen davon wie es wäre, wenn…

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AK083 Warum ist nichts so praktisch wie eine Theorie

Von Theorien, mentalen Modellen und Ihren Landkarten im Kopf

“Ach… das ist so theoretisch.” “Das ist doch pure Theorie – die Praxis sieht doch ganz anders aus.”

Warum reagieren so viele Menschen allein auf das Wort “Theorie” schon mit Aversionen? Weil Theorien fernab der Praxis sind? Weil Theorien so kompliziert und weltfremd daher kommen?

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Einfluss versus Manipulation – Wie man Menschen positiv beeinflusst

“Manipulieren – aber richtig”.

Cover-Artikel-Einfluss-ManipulationSo hiess es provokant Ende der 1990er Jahre auf dem damaligen Bestseller von Josef Kirschner, der übrigens immer noch auf Amazon erhältlich ist. Auch heute noch ruft kaum ein Wort so schnell so kontroverse Diskussionen auf den Plan wie “Manipulation“. Und gerade deshalb schreibe ich diesen Artikel, mit dem Versuch ein wenig Licht in dieses Phänomen zu bringen.

Denn: Wir kommunizieren ja nicht nur, um zu informieren, sondern (meist) auch, um andere Menschen dazu zu bewegen, etwas zu tun. Wie tut man dies möglichst wirksam? Wann ist diese Einflussnahme manipulativ und wann nicht?

Es soll also um das Thema gehen: “Die Beeinflussung von Menschen mittels Kommunikation.”

Mittels Kommunikation deshalb, da es darüber hinaus natürlich noch eine ganze Reihe anderer – nicht-kommunikativer Möglichkeiten gibt, Menschen dazu zu bringen, etwas Bestimmtes zu tun, z.B. jemanden mit einem Hammer auf den Finger zu schlagen, damit er schreit oder ihn zu kitzeln, um ihn zum Lachen zu bringen. Aber lassen Sie uns bei den kommunikativen Möglichkeiten der Beeinflussung bleiben.

[info_box]Falls Sie lieber hören, als lesen – hier ein ähnlicher Beitrag als Podcast: [/info_box]

Was hat dieses Thema an sich, dass so viele Menschen ein recht gespaltenes Verhältnis dazu haben? 

Jeder von uns spürt, dass wir nicht umhin können, jeden Tag viele Menschen dazu zu bewegen, bestimmte Dinge zu tun. Wenn ich so darüber nachdenke, dann habe ich heute schon eine Vielzahl von Menschen beeinflusst, d.h dazu bewegt, etwas Bestimmtes zu tun:

  • Meine mittlere Tochter, den Frühstückstisch abzuräumen.
  • Meinen Sohn dazu, auf Grund des Wetters, eine Jacke mit in die Schule zu nehmen.
  • Einen Interessenten dazu bewegt, sich für meinen NLP-Practitioner-Kurs im Frühjahr anzumelden und eben gerade….
  • … die Verkäuferin beim Edeka-Markt dazu gebracht, mir ein Fleischkäse-Brötchen zu machen. Wobei letztere Intervention nicht so funktioniert hat, wie ich mir das vorgestellt habe, denn der Fleischkäse war dicker als das umliegende Brötchen, was nicht ganz so mein Fall ist.

E-i-g-e-n-t-l-i-c-h ist  “andere Menschen  beeinflussen” unser täglich Brot.
Ja, ich mag fast sogar im besten Sinne von Paul Watzlawick behaupten: 

Man kann nicht nicht beeinflussen!… denn allein dadurch, dass Sie nun meine Worte lesen, könnte es sein, dass Sie auf Gedanken und Ideen kommen, die Sie vielleicht ohne meinen Artikel nicht gehabt hätten?!
Einerseits ist also die Beeinflussung von Menschen, oder um das Kind beim Namen zu nennen  „Das Einwirken auf das Denken, Fühlen oder Verhalten anderer Menschen“ etwas sehr Alltägliches – und zwar nicht nur für “Profis”, wie Werber, Politiker oder Diplomaten, sondern für jeden von uns.

Und nicht nur das: Die meisten von uns investieren sogar eine Menge Geld und Zeit, um zu lernen, wie man Menschen besser beeinflusst. Manager besuchen Führungskräfteseminare, Lehrer beschäftigen sich mit Methoden der Gruppendynamik, Redner trainieren ihre rhetorischen und dialektischen Fertigkeiten und Eltern wälzen Bücher darüber, wie sie ihren pubertierenden Nachwuchs wieder auf die Spur bekommen.

Aber ist das wirklich legitim?

Und doch stellen Menschen sich selbst und … auch mir die Frage: Ist das wirklich legitim und rechtens? Meist liegt der Grund dieser Frage darin, dass wir uns noch nicht völlig klar darüber geworden sind, was Einfluss, Macht oder gar negative Manipulation bedeutet.

  • Was ist der Unterschied zwischen Macht und Einfluss?
  • Wann wird Einfluss manipulativ?

Milton H.Erickson, ein Grossmeister der Kommunikation und Begründer der modernen Hypnotherapie hat dazu einmal folgendes gesagt:

Man hat mir vorgeworfen, Menschen zu manipulieren, worauf ich antworte: Jede Mutter manipuliert ihr Baby, wenn sie möchte dass es überlebt. Und jedes Mal, wenn du einkaufen gehst, manipulierst du den Angestellten, deinen Anweisungen zu folgen. Und wenn du ins Restaurant gehst, manipulierst du den Kellner. Und der Lehrer in der Schule manipulierte dich, damit du lesen und schreiben lerntest. Das Leben ist eine einzige große Manipulation.“ (aus Lehrgeschichten, S. 223)

Damit schüttet Erickson Öl ins Feuer meiner obigen These: „Jeder Mensch beeinflusst sich selbst und andere Menschen – ob er will oder nicht.“

Die Frage ist doch vielmehr, mit welcher Intention er das tut – zum Guten oder Schlechten des anderen?

Das wiederum könnte den Vorwurf gegenüber NLP-Techniken im Keim ersticken, sie seien “manipulativ“. Denn es liegt nicht im Wesen einer Methode, einer Technik, manipulieren zu können. Erst durch ihre Anwendung durch Menschen bekommt sie ihre Wirkung.

Was veranlasst nun Menschen, sich Gedanken zu über Einfluss und Manipulation zu machen?

Hier fallen mir spontan folgende Gründe ein:

  1. Die Angst, selbst von anderen unbemerkt zum eigenen Nachteil beeinflusst zu werden.
 Dieses Argument kann ich  gut nachvollziehen, denn wer will schon gerne manipuliert werden. 
Oder vielleicht doch? 
Wenn sich meine Frau sehr geschickt Mühe gibt, mich dazu zu manipulieren, mit ihr ins Kino zu gehen … bin ich nicht zwangsläufig traurig darüber, sondern ihr sogar dankbar für den tollen Abend.
    Aber … Spaß beiseite: Natürlich mag auch ich es nicht besonders, von einem geschickten Manipulator an der Haustüre so beeinflusst zu werden, dass ich plötzlich mit einer einer 5-Jahres-Mitgliedschaft im “Club zur Erhaltung der nordbadischen Heckenrose” da stehe.
    So paradox es klingt: Der beste Schutz gegen derartige Manipulationen ist zu wissen, wie man Menschen manipuliert.  Spätestens seit der Lektüre von Robert Cialdinis Buch „Die Kunst des Überzeugens“ muss ich jedes Mal grinsen, wenn ein cleverer Verkäufer versucht, mir geschickt etwas aufzuschwatzen, was ich gar nicht haben will.
  2. Die Angst, Einfluss auf andere Menschen auszuüben und dafür die Verantwortung zu tragen.
    Puhh, das scheint etwas schwerer zu wiegen. Dazu zwei Beispiele: Nehmen wir einmal an, ich beeinflusse meinen 10-jährigen Sohn dazu, auf eine bestimmte Schule zu gehen (… was übrigens vor einiger Zeit  geschehen ist) und in 20 Jahren kommt er dann zu mir und beklagt sich bitterlich darüber, dass ich ihm mit dieser Entscheidung das Leben versaut hätte.
    Da werde wohl oder übel ich die Verantwortung tragen müssen, wie ich das übrigens zusammen mit meiner Frau für jede Einflussnahme auf unsere drei Kinder tue – solange sie noch nicht volljährig sind.
    Ein zweites Beispiel: Nach einem  Coaching mit mir trifft ein Coachee die Entscheidung, seinen überaus gut bezahlten Job zu kündigen und sich mit einem Fahrradladen selbstständig zu machen, worauf ihm seine Frau die Freundschaft kündigt und … auszieht.
    Wer trägt nun die Verantwortung für was? Ich fühle mich als Coach sehr wohl in der Verantwortung, bei einem Entscheidungs-Coaching alle denkbaren Szenarien mit meinem Coach durchzuspielen und ihn auf mögliche Konsequenzen seiner Entscheidung hinzuweisen. Und … da ich niemals Entscheidungen für meine Coachees treffen kann, das können diese nur selbst  – fühle ich mich in diesem fiktiven Fall eben nicht verantwortlich für die Trennung von seiner Frau.
    Grundsätzlich bin ich jedoch davon überzeugt, dass mit wachsender Einflussnahme auf die Welt automatisch auch der Grad der Verantwortung steigt – aber die … hat man wohl auch, wenn man seine Einflussmöglichkeiten nicht nutzt, oder?

Über diese beiden Grundängste hinaus mögen die ambivalenten Gefühle zum Thema „Beinflussung von Menschen“ auch daher rühren, dass man für sich noch nicht klar definiert hat, wo und wann (positive) Einflussnahme aufhört und (böse, negative) Manipulation anfängt.

Dazu vielleicht noch ein Modell, das ich aus einem Seminar mit Prof. Dr. Wolfgang Linker habe:

Die Kreise der Beeinflussung

Stellen Sie sich dazu einfach einige  Kreise vor. Wir beginnen mit dem innersten Kreis und Sie fragen sich bitte selbst, wann d.h. bei welchem Kreis für Sie negative Manipulation beginnt.

Einfluss-Kreise

Einfluss-Kreise

  1. Kreis: Manipulation ist….
    …wenn ich im weitesten Sinne bei anderen Menschen eine Veränderung bewirke.

    Falls das bereits für Sie manipulativ wäre, dann müssten Sie ab sofort jeder Begegnung mit anderen Menschen aus dem Weg gehen, denn allein Ihre Anwesenheit könnte Gedanken und Gefühle bei den Menschen um Sie herum hervorrufen, die diese wahrscheinlich nicht hätten, wenn Sie nicht anwesend wären.
  2. Kreis: Manipulation ist
    … wenn ich diese Veränderung zielbewusst beabsichtige.
    Falls hier für Sie Manipulation beginnen würde, dürften Sie keine Witze mehr erzählen, denn damit beabsichtigen Sie ja wohl  eine ganz bewusste Zustandveränderung in Richtung Lachen. Auch Bitten an andere Menschen wären dann bereits manipulativ, denn auch damit hat man ja  eine bewusste Veränderung der derzeitigen Gefühle, Gedanken oder Verhalten eines anderen Menschen im Sinn.
  3. Kreis: Manipulation ist…
    … wenn ich bei anderen Menschen zielbewusst und absichtlich eine Veränderung bewirke, die zu meinem Vorteil ist.
    Na, das ist die Bitte, mich in der Schlange an der Supermarktkasse nach vorne zu lassen, weil ich es eilig habe, ja auch, oder?
    Und andererseits ist nicht alles, was zu meinem Vorteil ist, auch vollautomatisch zu Nachteil eines anderen Menschen?!
  4. Kreis: Manipulation ist…
    … wenn ich zielbewusst eine Veränderung zu meinem Vorteil bewirke und der andere stimmt nur deshalb zu, weil ich ihm vorsätzlich einige Konsequenzen dazu vorenthalte. 
    Ahhhh, beginnt vielleicht hier das negative Manipulieren? Also dann, wenn ich den anderen dazu bringe, etwas zu tun, was der gar nicht tun würde, wenn er wüsste, was ihm bevorsteht?Vielleicht – vielleicht aber auch – noch nicht?
    Denn wenn ich z.B. meinem Junior (14 Jahre alt) erzählt hätte, welche möglichen Konsequenzen ein regelmässiger Besuch seines Jiu-Jitsu -Trainings für ihn haben könnten, z.B. sich Überwinden, auch wenn man Null Bock aufs Training hat oder diverse Prellungen und blutige Nasen… dann hätte er wahrscheinlich damals vor 5 Jahren gesagt:  „Papa, lass mal gut sein, das ist nix für mich.”
    Wie viele Eltern, Lehrer oder Trainer lassen ihre Kinder, Schüler oder Teilnehmer bewusst in Unkenntnis, um z.B. den Lernerfolg zu steigern oder um schlichtweg eine Überforderung zu vermeiden?
  5. und letzter Kreis: Manipulation ist..
    wenn ich bewusst und absichtlich eine Veränderung zu meinem Vorteil bewirke, den anderen absichtlich in Unkenntnis über alle Konsequenzen lasse … weil dies mir zum Nachteil gereichen würde.
    Sorry, hierzu ist mir wirklich kein positives Beispiel mehr eingefallen, was  nichts anderes heisst: Spätestens hier beginnt auch für mich der Bereich der negativen manipulativen Einflussnahme.

Und falls ich mit diesem Artikel mehr Fragen aufgeworfen als beantwortet habe, dann  habe ich mein Ziel erreicht.  Denn meiner Ansicht nach steht nirgends die entgültige Wahrheit darüber, wo positive Beeinflussung von Menschen aufhört und negative Manipulation beginnt.

Dies zu entscheiden bleibt jedem Einzelnen selbst überlassen, ganz im Sinne von Heinz von Foerster, der einmal schrieb:

 “Das ist das Amüsante an den prinzipiell unentscheidbaren Fragen; dass es eben keinen Formalismus, keinen Zwang gibt, der mich zwingt, diese Frage in dieser oder jener Form zu beantworten. Mit dieser prinzipiellen Unentscheidbarkeit ist ein Raum der Freiheit geöffnet, in dem du jetzt entscheiden kannst. Das heißt, prinzipiell unentscheidbare Fragen können nur wir entscheiden, indem wir sagen: Ich möchte diese Entscheidung wählen, denn ich habe die Freiheit, hier zu wählen, was ich will.” (Teil der Welt, S. 178)

In der Hoffnung, Sie mit diesem Artikel zielbewusst und absichtlich zu Ihrem Vorteil beeinflusst zu haben, freue ich mich auf konstruktives Feedback.

Quellen:

Seminare zum Thema:

Sie interessieren sich für Seminare und Workshops zum Thema

  1. Wie kann ich wirkungsvoll(er) Einfluss nehmen mittels Kommunikation und
  2. Wie kann ich mich vor manipulativen Übergriffen schützen?

Folgende Kurse aus unserer NLP-Business-Practitioner Ausbildung beschäftigen sich explizit mit diesen beiden Themen:

 

© Depositphotos.com/fotoall (Vladyslav Danilin)

6 Strategien um ein Unternehmen lahm zu legen

Inspiriert durch ein Video von Peter Kruse, Professor für Organisationspsychologie an der Uni Bremen, habe ich hier  sechs Strategien zusammengestellt, wie Sie als Unternehmer oder Führungskraft Ihr Unternehmen spielt leicht völlig lahm legen können. 

(Natürlich haben diese Strategien keinerlei Bezug zu Ihrem Unternehmen und sind im Prinzip auch völlig Realitäts-fremd. Auch existieren alle in meinem Artikel aufgeführten Unternehmen nicht wirklich und sind rein fiktiv. Sollten Sie dennoch Parallelen zu Ihnen bekannten Unternehmen entdecken … ist das reiner Zufall;-) 

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Business Model Canvas – ein Erfahrungsbericht

Wie Sie Ihr Geschäftsmodell mit dem Business Model Canvas auf nur einer DIN A4-Seite darstellen können.

Papa, was machst Du eigentlich auf der Arbeit?

via-canvas-coverAls Kommunikationstrainer kann man viele Fehler machen. Einer der schlimmsten ist: Man glaubt, jeder kommunikativen Situation gewachsen zu sein. Bis einen dann irgendwann wieder die Realität einholt;-)

Haben Sie schon einmal Ihrem halbwüchsigen Sohn erklärt, womit Sie genau Ihre Brötchen  verdienen?

Nein?! Das könnte ein spannendes Experiment mit weitreichenden Folgen werden.

In diesem Artikel erzähle ich von meinen Erlebnissen aus genau diesem Feldversuch, mit dem Hintergedanken, dass Sie einen Nutzen für sich daraus ziehen können. Na, und vielleicht versteht ja nicht nur Ihr Sohn danach, womit Sie Ihr Geld verdienen.

Papa, was machst Du eigentlich genau?

Mit dieser Frage überfiel mich mein Junior vor einigen Wochen. „Na ja“, sagte ich, „Du weisst doch, ich gebe Seminare“. In der Hoffnung, dies würde seine Neugier hinreichend stillen. Fehlanzeige. Er hakte bei jeder meiner Antworten mit neuen Fragen nach und brachte mich binnen einer halben Stunde an den Punkt, an dem ich begann, mir selbst Fragen zu stellen:

  • Was mache ich eigentlich genau?
  • Und wie kann ich ihm – meinem Sohn – in ein paar Minuten erklären, worin mein Geschäftsmodell besteht?

Noch am selben Abend begann ich MindMaps und Grafiken zu zeichnen und surfte so nebenbei im Internet auf der Suche nach der zündenden Idee. Durch Zufall stiess ich dabei auf ein Zitat von Alexander Osterwalder:

„Ein Geschäftsmodell beschreibt die Logik wie eine Organisation Werte für ihre Kunden erschafft, vermittelt und aufrecht erhält.“

Obwohl mir das noch sehr akademisch daher kam,  liess mich Herr Osterwalder nicht lange im Ungewissen und präsentierte mir schon auf der nächsten Webseite die Lösung in Form einer recht einfachen Grafik.

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 Die 9 Bausteine des Business Model Generation

Auf Anhieb gefiel der Ansatz von Osterwalder die wichtigsten Bausteine eines Geschäftsmodell auf einer Seite grafisch darzustellen. Er entwickelte dieses Modell übrigens 2004 im Rahmen seiner Dissertation an der Universität Lausanne (2004) als Gerüst zur Beschreibung und Design von Geschäftsmodellen nennt es „Business Model Canvas” (= „Leinwand“.) Osterwalders Ansatz fand zu seiner Überraschung nicht nur in akademischen Kreisen Anklang, sondern wurde auch von Unternehmern begeistert aufgenommen. Doch zurück zu der „Leinwand“.

Die 9 Felder in der Business Model Canvas

Diese „Leinwand“ besteht im Original (… es gibt eine Menge Varianten davon) aus 9 Boxen. Jede dieser Boxen steht für ein elementares Feld einer Organisation. Jedes Feld steht in Beziehung zu anderen Feldern und zusammen beschreiben sie das Geschäftsmodell.

  1. Kunden: Für wen arbeiten wir? Welche Kunden(-segmente) bedienen wir?
  2. Kundennutzen: Welche Probleme unserer Kunden lösen wir?
  3. Kanäle: Wie treten wir mit unseren Kunden in Kontakt? Über welche Wege kommt unser Leistung zum Kunden?
  4. Kundenbeziehung: Welche Beziehungen haben wir zu unseren Kunden? Wie gehen wir mit unseren Kunden um?
  5. Einnahmen: Welche Umsätze werden durch unsere Leistungen generiert?
  6. Ressourcen: Was nutzen wir (Gegenstände, Wissen etc.), um unsere Leistung zu erbringen?
  7. Aktivitäten: Über welches Tun werden unsere Ressourcen zu einer Leistung für den Kunden?
  8. Partner: Wer hilft und unterstützt uns von aussen, unsere Leistungen zu erbringen?
  9. Ausgaben: Was kostet uns es, diese Leistungen zu erbringen?

Die richtige Reihenfolge

Ich zeichnete mir also die „Leinwand“ auf ein Blatt Papier und begann, diese neun Fragen zu beantworten und damit die Boxen zu füllen.
Doch die Reihenfolge, in der man sich diesen Boxen widmen soll, erschien mir auf den ersten Blick alles andere als plausibel.

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Die Reihenfolge im Business Model Canvas

Warum sollte ich mit „Kunden“ und dem „Wert für den Kunden“ beginnen? Mir wäre viel schneller etwas zu den „Aktivitäten“ oder „Ressourcen“ eingefallen. Aber klar: Für wen mache ich das eigentlich? Für unsere Kunden natürlich. Und wozu? Um ihnen einen Mehrwert, einen Nutzen zu bieten. Es ist also nur logisch, sich zunächst mit diesen beiden Feldern auseinander zu setzen.

Lernerfahrung Nr. 1

Es ist weitaus einfacher, eine tolle Idee oder die genialen Eigenschaften eines Produktes zu beschreiben, als sich darüber klar zu sein, für WEN man dies eigentlich tun und WELCHEN konkreten NUTZEN und Wert man dabei generiert.

Die richtige Art und Weise

Zunächst schrieb ich direkt auf die Vorlage, bis ich bemerkte, dass mein ganzes Canvas recht dynamisch war: Je länger ich über die Dinge nachdachte, desto bessere Begriffe fielen mir ein. Mancher Kundennutzen sprach nur bestimmte Kunden an, andere nicht. Also stieg ich – nach einer Empfehlung – um auf die Arbeit mit farbigen Post-it und damit gleich auf einen A0 grossen Papierbogen. Dort hatte ich weitaus mehr Überblick.

Lernerfahrung Nr. 2
Auf einer DIN A0 grossen „Leinwand“ mit Post-its zu arbeiten macht weitaus mehr Spaß, ist flexibler und bietet mehr Überblick.

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 Mit Post-Its arbeiten und flexibel bleiben

Mit anderen darüber sprechen

Vielleicht kennen Sie dieses Phänomen: Sie glauben, etwas verstanden zu haben und kaum sollen Sie es einer anderer Personal-Canvas-ProzesPerson erklären, merken Sie, was Sie (noch) nicht verstanden haben. Am zweiten Abend war mein Canvas soweit, dass es mir „rund“ erschien und das darstellte, was ich im Seminargeschäft machte.
Als am nächsten Tag ein Freund zu Besuch war, packte ich die Gelegenheit am Schopfe und erklärte ihm an Hand meiner Canvas mein Business. Eine klasse Erfahrung! Nicht nur, dass ich von ihm eine Menge Feedback bekam, ich merkte beim Erzählen auch recht schnell, wo es demnächst Verbesserungspotenzial in meinem Geschäftsmodell gab.

Lernerfahrung 3:
Zunächst versuchte ich meinem Freund mein Modell zu erklären, als es voller Post-Its hing. Das ging gehörig schief und ich sah förmlich die Knoten in seinem Hirn, als er verzweifelt versuchte zu verstehen, was ich da produziert hatte. Also sammelte ich alle Post-its ein und erzählte ihm mein Modell, während ich ein Post-it nach dem anderen wieder auf seinen Platz klebte. 

Und auf diese Weise vernetzten sich meine einzelnen Begriffe vor seinen Augen zu einer plausiblen und runden Geschichte. 

Wozu das Ganze? Verstehen und verändern!

Die Spatzen pfeifen es von den Dächern: Unsere Welt wird nicht einfacher – unsere Unternehmungen auch nicht. Es wird eher anspruchsvoller, Mitarbeitern und auch Kunden zu erzählen, was wir eigentlich tun und warum wir das tun.

Um zusammen mit dem eigenen Team über das zu sprechen, braucht es eine einfache  Sprache. Das Business Model Canvas  bietet dazu einen Rahmen, um unsere Geschäftsmodelle klar und übersichtlich zu beschreiben, das eigene Tun besser zu verstehen, neue Szenarien für die Zukunft zu entwickeln … und vor allen Dingen… mit anderen darüber zu diskutieren und ein gemeinsames Verständnis zu entwickeln.

Mein Resümee:

Natürlich ist das “Business Modell Generation” im Kern nichts wirklich Neues. Und vielleicht schmunzeln Sie auch über die “netten Bildchen”, die soweit entfernt scheinen von den klassischen (… und meist langweiligen) Business-Plänen, die Sie kennen. Aber genau darin liegt der Effekt: In nur 20 Minuten haben Sie mit der Business Model – Leinwand Ihren ersten Entwurf und zwar auf einen Blick. Ganz gleich, ob Sie Ihr momentanes Geschäftskonzept einmal durchleuchten oder eine neue Idee lancieren möchten: Es geht schnell, zeigt auf einen Blick, um was es im Kern geht und vor allen Dingen: Es wird kommunizierbar.

1. Machen Sie sich klar, was Sie damit tun wollen:

Die Toolbox des Business Model Generation ist recht vielfältig einsetzbar – und je klarer die Fragestellung, mit der Sie starten ist, desto besser werden Ihre Ergebnisse.
Wollen Sie damit….

  • … das Geschäftsmodell Ihrer bestehenden Firma analysieren?
  • … eine neue Geschäftsidee systematisch entwickeln?
  • …. oder vielleicht zunächst einmal die Geschäftskonzepte Ihrer Mitbewerber studieren?

2. Auf dem Papier oder am PC

Ob Sie lieber auf dem Papier arbeiten oder am PC modellieren, ist Geschmackssache

Auf dem Papier: Drucken Sie sich eine Vorlage aus. Oder á la „Think BIG“:  Sie nehmen gleich eine Rolle Packpapier und zeichnen darauf die 9 Boxen. Schreiben Sie nicht direkt auf die „Leinwand“, sondern arbeiten Sie mit Post-Its. Damit bleiben Sie flexibler, können Ideen schnell austauschen und umorganisieren. Kurzum: Ein grosser Bogen Papier, ein Stapel Post-It und ein paar Filzstifte ist alles was Sie dazu brauchen.

Papiervorlagen für zur Business-Model Canvas:

Originalvorlage (engl.) von Alex Osterwalder

deutsches Template von Thorsten Faltings

mein handgezeichnetes Template;-) via Business Modell-Vorlage (PDF) (936)

Am PC: Sollten Sie eher technophil veranlagt sein, gibt es im Internet eine ganze Reihe von recht pfiffiger Tools, aber mit Word, Pages oder PowerPoint geht es im Notfall ja auch.

Liste von Business-Model-Software:

Buchtipps:

BMG-Buch-CoverDas Buch von Alexander Osterwalder und Yves Pigneur „Business Model Generation“  möchte ich Ihnen gerne weiterempfehlen. Es ist alles andere als ein klassisches Business-Buch, sehr visuell aufbereitet, macht Spaß und motiviert, selbst zu “modellieren”.
Link zum Buch

Eine Leseprobe dieses Buches können Sie über den folgenden Link kostenlos herunterladen und auf der Seite meines Kollegens Andreas Zeuch finden Sie dazu auch eine ausführliche Buchbesprechung.

dtsch (9 Seiten) : http://www.boersenblatt.net/media/747/BMG_Leseprobe.pdf

engl. (72 Seiten) 72 Seiten Leseprobe als PDF

Videos

Alexander Osterwalder hat zusammen mit der Kauffman Foundation sechs Videos produziert, die  recht gut erklären, wie das Business Model Generation mit dem Business Model Canvas funktioniert.

Ach übrigens: Ja ich habe mein Geschäftsmodell mittlerweile auch meinem Sohn präsentiert. Sein Feedback: Cool Papa, aber an Deinen Zeichnungen musst Du noch arbeiten;-)

 

sensation seeker

Sensation Seekers oder wie viel Stress braucht der Mensch

Warum viele Chefs Sensation Seeker sind und welche Konsequenzen dies für Mitarbeiter hat.

“Ich kann nur unter Druck arbeiten….!”

Vielleicht kennen Sie solche Aussprüche und es mag sein, dass Sie jetzt hier erwarten, ich würde wieder einmal eine Lanze für weniger Stress oder mehr Ausgleich brechen. Weit gefehlt!

Aber lassen Sie mich am Anfang beginnen. Eine merkwürdige Dissonanz begleitete mich durch Jahrzehnte hindurch. Die  Dissonanz zwischen meiner Einstellung, wie ich funktionieren sollte und dem, wie ich wirklich funktioniere. Irgendwann in meinem Leben keimte der Glaubenssatz in mir, es sei konstruktiver, wenn man Dinge gut geplant und in aller Ruhe anginge – in der bekanntlichermaßen die Kraft liegt.

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Die Bedeutungsleiter oder warum sich Menschen manchmal so merkwürdig verhalten

Wir Menschen sind schon seltsame Wesen. Da hat uns der liebe Gott (oder die Evolution;-) zwei Augen und zwei Ohren zum Wahrnehmen gegeben. Und dennoch spinnen wir lustig unsere persönlichen Wirklichkeiten. Und kaum haben unsere Kopfgeburten das Licht der Welt entdeckt sind wir vollends überzeugt, dass die Welt genau so ist, wie wir sie sehen.

In den letzten Wochen hatte ich viel Zeit und noch mehr Spaß dabei, derartiges (auch) bei mir selbst zu entdecken. Dieser Artikel dreht sich darum, wie elegant wir in einer Situation Bedeutungen generieren, Schlussfolgerungen ziehen, uns dann dementsprechend verhalten – und manchmal völlig daneben liegen.

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