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Jun 01

Ist-es-NLP-oder-nicht?Gerade habe ich meine Unterlagen vom NLP-Master-Trainers-Training letztes Jahr in München nochmals herausgekramt… und stiess dabei auf eine wahrlich MERKwürdige Frage, die wir damals diskutiert hatten… tja und meines Erachtens nicht wirklich hinreichend beantwortet hatten. Grund genug, wie ich meine, dies nochmals hervorzuholen, oder?!

Was ist NLP und was ist kein NLP (mehr)?
oder etwas anders gefragt: “Wenn ich auf etwas stosse z.B. eine Kommunikationstechnik o.ä.
- woher weiss ich, dass dies NLP ist oder eben kein NLP ist?

Vielleicht meint Ihr jetzt, dass dies doch sehr akademisch ist und wenig pragmatisch. Vielleicht – vielleicht auch nicht?

Ich denke, es entbehrt nicht einer Spur von Pragmatismus, wenn bei einem Kauf eines Pfund Kaffees drin ist, was draufsteht. Bei Kaffee ist das (noch) relativ einfach – bei NLP-Seminaren nicht ganz so einfach. Natürlich haben wir NLP-Trainer (auf alle Fälle die meisten von uns) irgendein Curriculum, das irgendein NLP-Verband ausgearbeitet hat.
Und in diesem Curriculum steht auch, was wir in unseren Ausbildungen lehren sollten – was jedoch nicht darin steht, ist was wir nicht lehren sollten.

Und so gibt es da draußen eine wunderbare Vielfalt von “Kombipräparaten” – sorry ich meine natürlich “NLP-Seminaren” in denen der Teilnehmer ganz kostenlos und zusätzlich auch Dinge lernt und erfährt wie z.B. der Muskeltest aus der Kinesiologie, die 4 Botschaften einer Nachricht von Friedemann Schultz von Thun, das Enneagramm oder Techniken aus der Emotional Freedom Technique.

Nun – dagegen ist ja an sich überhaupt nichts zu sagen… im Gegenteil: Erstens ehrt es den Ausbilder und seine breite Wissens- und Könnensbasis und zweitens profitiert doch der Teilnehmer. Also warum sollte man sich darüber aufregen?

Tut ja auch keiner;-), aber vielleicht sollten wir (NLP¬¥ler) hin und wieder mal das Kind beim Namen nennen – wenigstens soweit wir den Vater des Kindes kennen und …
darüberhinaus bringt mich dieser Umstand auf die nicht ganz einfache Frage vom Beginn dieses Beitrages zurück:

Was ist nun NLP … und was ist kein NLP mehr?

Vielleicht müssen wir da doch etwas tiefer bohren und die Dinge nicht ganz so einfach mit der Generalabsolution abtun :

“Wenn¬¥s wirkt, war¬¥s NLP!”
.. wobei der Satz schon Sexappeal hat.
Alles was wirkt ist NLP, na und wenn¬¥s nicht gewirkt hat, war¬¥s halt auch kein NLP. Ein wundervoller positiver “Doublebind”: Egal was du machst – ¬† es ist immer richtig.
Spaß beiseite.

Wenn es¬† so etwas wie “NLP” gibt, muss es logischerweise auch “NICHT-NLP” geben, sonst ergibt die Einführung des Begriffes doch keinen Sinn, oder?
Aber wo fängt dieses “NICHT-NLP” an und wo hört das NLP auf? Und ist das eine digitale Trennlinie oder eher eine weiche Übergangszone?
Und wer bestimmt, wo diese Linie oder Zone liegt? Richard Bandler als einer der Begründer des NLP? Oder war Richard eher ein Entdecker des NLP?
Oder sollten nach gutem alten Brauch die NLP-Verbände diese Trennlinie zwischen “NLP” und “NICHT-NLP” ziehen?
Oder vielleicht gar ich selbst?…
Fragen über Fragen… die mich gerade auf die Mutter aller Fragen bringt:

Ist die Frage “Ist das NLP oder ist dies kein NLP?” denn überhaupt prinzipiell entscheidbar?

Nach Heinz von Foerster gibt es a) prinziell entscheidbare und b) prinzipiell nicht entscheidbare Fragen.

Prinzipiell entscheidbare Fragen, wie z.B. “Müssen Menschen essen?” oder “Fällt ein Stein nach unten, wenn man ihn loslässt?” stammen aus der objektiven Welt (Wirklichkeit 1. Ordnung) … und lassen sich demnach beantworten (=entscheiden). Prinzipiell entscheidbare Fragen gehorchen dem Muster “Ich sage, wie es ist.”

Prinzipiell nicht entscheidbare Fragen sind Fragen aus der subjektiven Wirklichkeit (Wirklichkeit 2. Ordnung) und lassen sich per definition prinzipiell nicht entscheiden.

  • Was geschieht, wenn wir sterben?
  • Hat das Licht Teilchen- oder Wellencharakter?
  • Ist Frau X eine gute Führungskraft?

Wenn man sie jedoch entscheiden (=beantworten) will, muss man dies selbst tun “Es ist wie ich es sage.
Dann aber trägt man auch die Verantwortung über diese Entscheidung d.h. wir müssen später antworten können auf die Frage, weshalb wir uns so und nicht anders entschieden haben.

Nun… zurück zu der Frage ” Ist das NLP oder ist dies kein NLP?”
Meiner Meinung nach ist diese Frage prinzipiell nicht entscheidbar, da ich NLP als eine Disziplin sehe, die sich mit dem subjektiven Erleben von Menschen beschäftigt.
Demnach muss ich selbst zu entscheiden, ob z.B. der Muskeltest aus der Kinesiologie noch zu NLP gehört oder eben nicht?
… was mich wiederum dazu zwingt, mich mit z.B. NLP und Kinesiologie auseinander zu setzen, mir Erfüllungs-Kriterien zu überlegen, an denen ich festmachen kann,
ob eine Technik oder ein Modell

  1. zum Kern des NLP gehört
  2. mit NLP “verwandt” ist (engl. familiar)
  3. mit NLP kompatibel ist oder
  4. mit NLP inkompatibel ist 

… um einmal ein paar Bereiche einer eventuellen Übergangszone von NLP zu “Nicht-NLP” zu formulieren.

Ihre/Eure Meinungen zu diesen – für mich selbst noch unausgegorenen Gedanken – sind herzlich willkommen.

denn…

“Wir irren allesamt… nur jeder irret anders!” (Albrecht von Haller)

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written by HJWalter \\ tags:


One Response to “Wenn es wirkt, war es NLP?! … oder war es umgekehrt?”

  1. 1. Interessante Links - Tom Schimana Says:

    [...] Wenn es wirkt, war es NLP?! … oder war es umgekehrt? [...]

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